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Shorttrack EM ein voller Erfolg PDF
Mittwoch, 27. Januar 2010 14:19

»Einfach unbeschreiblich, was hier abgeht. Man hört die Leute brüllen und läuft wie im Rausch.« Die das sagt, heißt Julia Riedel und hat soeben mit ihren Mannschaftskolleginnen Aika Klein, Bianca Walter und Christin Priebst den Europameistertitel im 3000-m-Staffellauf der Damen geholt. Dabei haben sie in Dresden alle drei europäischen Staffel-Olympiateilnehmer hinter sich gelassen. »Das war Wiedergutmachung für die Tiefs und das Pech, das uns als Staffel seit vielen Wettkämpfen zu verfolgen scheint«, sagt die vor wenigen Tagen 21 Jahre alt gewordene Dresdnerin, »und wir haben endlich gezeigt, was wir wirklich drauf haben und wofür wir die vergangenen vier Jahre trainiert haben.« Die »geile Party« (O-Ton Paul Herrmann) perfekt machte danach die Männerstaffel, die Titelverteidiger Italien ein großes Rennen lieferte und am Ende nur um sechs Hundertstel geschlagen Silber errang. Die besten Einzelergebnisse im Mehrkampf gelangen Susanne Rudolph (Grafing) als Zehnte und Paul Herrmann (Dresden) als Siebenter. Herrmann erlief damit einen dritten Einzelstartplatz für Deutschland bei den nächsten EM.

EM-Mehrkampf, 1000 Meter

Während die Pechsträhne der einzigen deutschen Olympiastarterin Aika Klein auch über 1000 Meter anhielt (sie schied im Vorlauf aus), erreichten Susanne Rudolph, Paul Herrmann und Tyson Heung das Achtelfinale.

Dort setzte »Herrmann, the German«, als der er in der internationalen Shorttrack-Szene bekannt ist, seine Serie beeindruckender Auftritte fort. Lange in Lauerstellung, überholte er im Kampf um Platz zwei und das Weiterkommen ins Halbfinale auf der letzten halben Runde den Briten Anthony Douglas. Während die Halle lautstark ihren Helden feierte, entschloss sich das Schiedsgericht zur Disqualifikation des Deutschen wegen einer mutmaßlichen Behinderung. Eine Entscheidung, die auf einigen Widerspruch auch unter Shorttrack-Insidern stieß. Zumindest Herrmann selbst sah es gelassen. »Ich hätte mich nicht disqualifiziert«, meinte der 24-Jährige trocken, »aber ich habe ja auch nicht die Videoaufzeichnng gesehen. Der Schiedsrichter hat, der muss es ja wissen. Ich bin trotzdem nicht enttäuscht, weil ich ein takisch gutes Rennen gelaufen bin, und weil die Kraft für so einen Anritt eben da war. Jetzt freue ich mich auf das 3000-Meter-Superfinale und den Staffel-Endlauf.«

Zwar wurde auch Susanne Rudoph disqualifiziert, aber ihr dritter Rang hätte ohnehin nicht für das Halbfinale gereicht. Immerhin war sie an der zweitplatzierten Niederländerin Jorien ter Moers (die später im Endlauf stand und Vierte wurde) ganz knapp dran. Die von zahlreichen Fans aus ihrer bayerischen Heimat angefeuerte Grafingerin sagte nach dem Rennen: »Ich bin mit meinem EM-Ergebnis sehr zufrieden. Ich bin ja nach der verpassten Olympiaqualifikation quasi mit Wut im Bauch gelaufen und hatte mit der Finalteilnahme über 500 Meter das beste EM-Ergebnis meiner Karriere überhaupt.«

 

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